Tierboom in bestimmten Zeiten

Liebe Blogleser/innen und Hundefans,

der heutige Beitrag ist sehr nachdenklicher Natur und beschäftigt sich mit „Interims“-Tierhaltung, die für Haustiere wie Hunde immer trauriger Natur sind. Natürlich haben es die meisten Fellnasen bei ihren Herzensmenschen überaus gut und sind wertgeschätzte und geliebte Familienmitglieder, gemeinsam geht man/hund als eingeschworenes Team durch dick und dünn.

Doch erinnern wir uns: In Zeiten des Lockdowns waren wir alle fast ausschließlich Zuhause oder in der Natur unterwegs, weil nicht viel anderes blieb, was man unternehmen konnte. Perspektiven haben sich verschoben und wenn schon die Lieblingsmenschen fern schienen, blieb somit für viele die Anschaffung eines Vierbeiners das Mittel der Wahl. Unzählige Menschen haben sich ergo ein Haustier angeschafft. Doch ein Hund ist ein Begleiter fürs Leben, und nicht nur für einen Lockdown. Deshalb wurden viele Tiere leider wieder abgegeben oder falsch behandelt. Da das Thema unserer Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit erfährt, möchten wir es an dieser Stelle gern einmal aufgreifen.

Zunächst einmal: Tiere sind keine Geschenke

An Weihnachten werden immer wieder Tiere wie Hundewelpen verschenkt, die zunächst natürlich niedlich sind, aber eben auch der Pflege und des Trainings bedürfen, was, damit verbunden, viel Zeit kostet. Erfahrene Hundefreunde wissen das selbstverständlich und bieten ihren Fellnasen ein traumhaft schönes Zuhause. Doch leider hat die Medaille auch eine Kehrseite, nämlich dass gerade Tiere, die spontan als „Geschenk“ gehandelt oder als Gesellschaft während des Lockdowns angeschafft wurden, nicht selten in überfüllten und überforderten Tierheimen landen.

Tiere in Corona-Zeiten

Viele Menschen haben gerade in der einsamen Lockdown-Zeit Sehnsucht nach einem Fellnasen-Freund verspürt – ob Hund oder Katze. Dank Homeoffice brauchten Hunde zudem nicht lange allein zuhause bleiben und haben das Zusammensein mit ihren Herzensmenschen sehr genießen können. Und wenn es mal nach draußen ging, waren es meist Spaziergänge mit dem Hund – im Alleingang. Wer zudem in dieser Zeit einen Hund hatte, war von der Ausgangssperre weniger bedroht, denn Gassigehen durfte man immer. So war es nicht verwunderlich, dass es gerade in dieser Zeit einen wahren Haustierboom gab. Was versierte Hundehalter längst wissen, war manchen Neu-Hundehaltern teilweise nicht wirklich bewusst – nämlich, dass ein Hund Verantwortung über ein Jahrzehnt (bei kleineren Rassen darüber hinaus) bedeutet. Ein Hund kann krank werden (Tierarztkosten), er braucht viel Pflege und Zuwendung, ausreichend Bewegung, mehrere Runden Gassigehen am Tag; ja, mitunter riecht er auch ziemlich streng – ganz natürlich nach Hund eben, und seine Hinterlassenschaften dürfen nicht einfach liegenbleiben, sondern müssen (noch warm) per Tüte entsorgt werden. Wer sich vorher ausreichend mit dieser Thematik auseinandergesetzt und sämtliche Punkte bedacht hat, dem wird all dies nichts ausmachen.

Der Hund als geliebtes Familienmitglied

Wer einen Hund adoptiert, ist sich in der Regel im Klaren darüber, dass dies eine Verbindung für immer ist, solange das Tierchen lebt. Da Tierheime in der Regel versuchen, darauf zu achten, dass die Tierliebe nicht bloß ein „Strohfeuer“ ist und sich gegebenenfalls auch gegen eine Vermittlung entscheiden, boomt der illegale Handel mit Welpen. Hier werden Hundemütter ganz gezielt als „Wurfmaschine“ ausgebeutet, es geht darum, so viele Welpen wie möglich zu „produzieren“, die dann meist aus dem Kofferraum eines Autos zum Verkauf angeboten werden, unter anderem für einen Preis, bei dem man sich eigentlich im Klaren darüber sein müsste, dass da etwas nicht stimmen kann. Manche Interessenten bezahlen aber mitunter auch mehrere tausend Euro für einen Hund. So werden die Tiere, auch als „Wühltischwelpen“ bezeichnet, viel zu früh abgegeben, sind meistens sehr krank, weil die Tiermütter in entsetzlichen Verhältnissen leben und es ausschließlich um monetären Gewinn geht. Weder sind die jungen Hunde geimpft, noch überleben sie die ersten Monate ihres Lebens, viele sterben früh. Mit echter Tierliebe hat all dies nicht das Geringste zu tun.

Das Kind wünscht sich ein Tier?

Dass Kind und Hund ein Traumgespann sein können, haben wir in einem vorherigen Blog ausführlich beschrieben. Und Hand aufs Herz: Wer hat sich als Kind nicht sehnlichst einen Hund gewünscht und diesen Wunsch evtl. solange quengelnd und bettelnd wiederholt, bis die Eltern schließlich nachgegeben haben? Doch seinerzeit hatten die Familien meist mehr von einer wichtigen Ressource – nämlich Zeit. Der Tagesplan war längst nicht so straff durchgetaktet wie heute. Darum ist gerade jetzt, wo die Pandemie vielerorts für beendet erklärt wird, der Schritt der Anschaffung eines Hundes mit Vernunft vorher genauestens zu überlegen, und sich als Eltern nicht emotional hinreißen zu lassen, ein Tier zu verschenken. Denn – wie weiter oben schon erwähnt – ein Hund braucht Pflege und Zuwendung, und wenn Freund Fellnase am Ende zu laut ist, vielleicht „zu viel Schmutz“ macht oder evtl. Verhaltensweisen entwickelt, die nur ein Hundetrainer korrigieren kann, besteht die Gefahr, dass er ins Tierheim gebracht wird. Fazit: Bevor man einen Herzenshund adoptiert, sollte der Familienrat ausgiebig tagen und alle Punkte auf den Tisch bringen.

Was braucht mein Hund?

Um sich gut in die Familie und ins Alltagsleben zu integrieren, benötigt ein Vierbeiner natürlich Hundeerziehung, die besonders am Anfang recht zeitaufwändig ist. Freund Fellnase braucht liebevolles Training, um folgsam zu sein und stubenrein zu werden, nicht an anderen Menschen hochzuspringen, nichts alles zu mampfen, was auf dem Weg liegt, etc. Auch sind soziale Hundekontakte für alle Hunde (ob Welpe oder Senior) wichtig, er braucht seine Artgenossen – und natürlich auch seine Familie um sich herum.

Wissenswert: Hundeführer bei der Polizei oder beim Zoll nehmen ihre Hunde nach Dienstschluss mit nachhause, wo sie ganz normal in der Familie leben – wie andere Familienhunde auch.

Ein Hund braucht in jedem Fall unter anderem

  • liebevolle Zuwendung
  • gesunde Ernährung
  • regelmäßige Zahnpflege
  • regelmäßig eine Wurmkur
  • Gassi-Gehen
  • viel Auslauf und Bewegung
  • Kontrolle auf Zecken/Parasiten
  • Pfotenpflege, Krallenpflege, Fußkontrolle auf Verletzungen
  • Fellpflege (Kämmen, Baden, etc.)
  • seinen festen Platz mit Hundebett und Decke
  • geistige Beschäftigung
  • Spielen! Spielen! Und nochmals Spielen!
  • gesundes Hundespielzeug
  • Tierarztbesuche bei Krankheit (kostet Geld)

Das große Finale: Ein Familienhund solls sein?

Es ist eine schöne Entscheidung, sich eines Hundes anzunehmen und ihn als Familienmitglied auf vier Pfoten bei sich zuhause aufzunehmen. Doch es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass dies eine Entscheidung über mehrere Jahre hinweg ist, denn tausende von Haustieren (Hund, Katze, Meerschweinchen, etc.) landen jedes Jahr traurigerweise im Tierheim, und gerade jetzt nach der Pandemie werden es aller Wahrscheinlichkeit nach noch mehr sein. Natürlich ist das weitaus besser, als die Tiere einfach draußen auszusetzen – und man fragt sich jedes Jahr aufs Neue: Was sind das für Menschen, die ihr Tier vor dem Urlaub irgendwo anbinden, es zurücklassen und einfach wegfahren?

Darum: Wer einen Hund adoptiert, informiert sich am besten vorher über dessen biologisches Wesen und darüber, was er braucht, um artgerecht gehalten und glücklich zu werden. Auch ein Besuch im örtlichen Tierheim lohnt sich, denn hier warten sehnsüchtig viele Hunde (und weitere Tierarten), um wieder Teil einer Familie sein zu dürfen. Die Hunde im Tierheim werden jeden Besucher neugierig und hoffnungsvoll begrüßen – denn Hunde möchten uns gefallen, und setzen alles daran. Das ist eben ein wunderbarer Teil ihrer Natur, der sie seit Jahrtausenden zu unseren liebsten Gefährten macht.

Für heute grüßen euch herzlichst
Zora und Lea
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